Überblick
IshiharaTest.com ist ein Online-Screening-Tool für das Farbsehen, inspiriert vom klassischen Ishihara-Farbsehtest, der erstmals von Dr. Shinobu Ishihara (Universität Tokio, 1917) vorgestellt wurde.
Unser System generiert pseudoisochromatische Tafeln algorithmisch und folgt dabei den visuellen Prinzipien der ursprünglichen gedruckten Ausgaben, die von Kanehara Shuppan (Tokio, 38-Tafel-Ausgabe, 1972) veröffentlicht wurden. Die Tafeln werden dynamisch generiert und nicht von urheberrechtlich geschützten Originalen gescannt.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Farbsehstörungen (CVD) - insbesondere Protan- (L-Zapfen-Defizit) und Deutan-Typen (M-Zapfen-Defizit) - werden durch die Unfähigkeit des Probanden identifiziert, in zufälligem Farbrauschen versteckte Muster zu unterscheiden.
- Klassische Ishihara-Tafeln verwenden ein pseudoisochromatisches Design: Punkte unterschiedlicher Farben bilden eine Figur, die nur von Beobachtern mit normalem Farbsehen klar lesbar ist.
- Beobachter mit CVD nehmen Figur und Hintergrund als ähnlich wahr, sodass das Muster für sie unsichtbar oder undeutlich wird.
- Unser Generator reproduziert diesen Effekt durch algorithmische Punktplatzierung und eine kuratierte Palette medizinisch fundierter Farben, inspiriert von traditionellen Ishihara-Farbfamilien.
Generierungsalgorithmus
Jede Tafel besteht aus etwa 1.200 kreisförmigen Punkten mit unterschiedlichem Radius, Farbe und Position. Die Figur (Zahl) wird durch Punkte einer Farbfamilie gebildet, die in einen Hintergrund einer kontrastierenden Farbfamilie eingebettet sind.
Tafelparameter
- Etwa 1.200 kreisförmige Elemente pro Tafel
- Radiusbereich: 2-8 px (variiert je nach Schwierigkeitsgrad)
- Zufällige räumliche Platzierung für natürliches Erscheinungsbild
- Poisson-Disc-Sampling gewährleistet gleichmäßige Punktverteilung
Validierung und Einschränkungen
Dieses Tool ist eine Screening-Hilfe, keine klinisch validierte Diagnostik. Es wurde keiner formalen Validierung gegen zertifizierte physische Ishihara-Tafeln oder kontrollierten klinischen Tests unterzogen. Die Ergebnisse sollten nur als vorläufiger Hinweis interpretiert werden.
Referenzen
- Ishihara, S. Tests for Colour-Blindness. Handaya, Tokyo: Hongo Harukicho (1917).
- Ishihara, S. Tests for Colour-Blindness (38-Plate Edition). Kanehara Shuppan, Tokyo (1972).
- CIE 015:2018 – Colorimetry, 4th Edition. International Commission on Illumination (CIE).
- Brettel, H., Viénot, F., & Mollon, J. D. (1997). Computerized simulation of color appearance for dichromats. JOSA A, 14(10), 2647–2655.
- Waggoner, T. L. (2002). Color Vision Testing Made Easy. Good-Lite Company.
- Pokorny, J., Smith, V. C. (1976). Evaluation of cone spectral sensitivities. Vision Research, 16(10), 1049–1055.